Programme deinstallieren und Speicher freimachen

Auf dem Mac deinstalliert man, indem man ein Symbol in den Papierkorb zieht — und das reicht in der großen Mehrheit der Fälle. Der Rest sind zwei Ausnahmen und eine grundsätzliche Frage: wer jeden Monat Platz schaffen muss, hat kein Ordnungsproblem mehr.

Die Regel und ihre zwei Ausnahmen

  • Öffnen Sie den Ordner Programme, ziehen Sie das Programm in den Papierkorb, leeren Sie den Papierkorb. Bei einem Programm aus dem App Store oder per Ziehen und Ablegen installiert, ist es damit erledigt.
  • Zwei Ausnahmen: Programme, die über ein Installationsprogramm kamen und fast immer ein eigenes Deinstallationsprogramm mitbringen, sowie Software mit Systemerweiterung — Virenschutz, Treiber, Sicherungswerkzeuge. Dafür nehmen Sie das Deinstallationsprogramm des Herstellers.

Das Vorgehen

Vier Wege, je nachdem wie das Programm auf das Gerät kam. Der erste deckt nahezu alle Fälle ab.

  1. Im Finder: Programme öffnen, das Symbol in den Papierkorb ziehen, dann den Papierkorb leeren.
  2. Im Launchpad, für Programme aus dem App Store: das Symbol halten, bis es wackelt, dann auf das Kreuz klicken.
  3. Bei Software aus einem Installationsprogramm: nach einem Deinstallationsprogramm im Programmordner oder auf der Herstellerseite suchen.
  4. Danach Systemeinstellungen, Allgemein, Anmeldeobjekte prüfen: ein entferntes Programm hinterlässt dort manchmal einen verwaisten Eintrag, den Sie von Hand löschen.

Entfernen Sie ein Programm nie über die Kommandozeile oder durch Wühlen in Systemordnern, wenn Sie unsicher sind: auf dem Mac genügt der Papierkorb und zerstört nichts.

Was zurückbleibt — und ob es zählt

Ein deinstalliertes Programm hinterlässt ein paar Einstellungs- und Cache-Dateien. Das ist die Daseinsberechtigung der Reinigungsprogramme — und der Grund, warum sie selten etwas bringen.

  • Einstellungsdateien wiegen ein paar Kilobyte. Ihr Löschen bringt nichts Messbares und verwirft Ihre Einstellungen, falls Sie das Programm je neu installieren.
  • Caches können nur bei einer Handvoll Programmen schwer wiegen — Browser, Videoschnitt, Entwicklerwerkzeuge. Die lohnen einen Blick, die anderen nicht.
  • Lokale Sicherungsdaten mancher Programme bleiben nach der Deinstallation absichtlich liegen. Das ist ein Sicherheitsnetz, kein Versehen.
  • Nur ein Fall rechtfertigt gründliches Aufräumen: ein Programm neu installieren, das nicht rund läuft, um ohne seine alten Einstellungen neu zu starten.

Wohin der Speicherplatz wirklich geht

Öffnen Sie Systemeinstellungen, Allgemein, Speicher: macOS schlüsselt auf, was die Platte belegt. In der Praxis sind es fast immer dieselben Verdächtigen.

Fotos und Videos
vollständige lokale Mediathek → Speicheroptimierung einschalten
Gerätesicherungen
iPhone oder iPad lokal gesichert → alte Sicherungen löschen
Vergessene große Dateien
Downloads, Images → Bereich Dokumente im Speicher
Papierkorb nicht geleert
bis zu mehreren Dutzend Gigabyte → Papierkorb leeren
Lokale Time-Machine-Schnappschüsse
temporäre Kopien auf der internen Platte → macOS löscht sie selbst bei Platzmangel
Virtuelle Maschinen, Spiele
eine einzige Datei mit Dutzenden Gigabyte → auf eine externe Platte auslagern
Platte schlicht zu klein
128 oder 256 GB ab Werk → größere SSD

Wenn Aufräumen nicht mehr reicht

Wer ständig Platz schaffen muss, hat kein Installationsproblem mehr, sondern ein Kapazitätsproblem. Eine fast volle SSD bremst zudem das Gerät, weil das System freien Platz zum Arbeiten braucht.

  • Unter 10 % freiem Speicher wird macOS spürbar langsamer. Ab dieser Schwelle lohnt sich der Plattentausch.
  • Bei Macs mit wechselbarem Speicher — bis zum MacBook Pro von 2015, MacBook Air von 2017, iMac und Mac mini derselben Zeit — kostet der Sprung von 128 GB auf 500 GB oder 1 TB einen Bruchteil eines neuen Geräts.
  • Bei neueren Modellen ist der Speicher verlötet und nicht wechselbar. Nur eine externe Platte schafft zusätzliche Kapazität.

Lesen Sie die Modellnummer auf der Unterseite ab, ein A gefolgt von vier Ziffern: sie bestimmt das SSD-Format, das sich in zehn Jahren viermal geändert hat.

SSDs nach Kapazität ansehen

FAQ

Soll ich ein Reinigungsprogramm installieren?

In der großen Mehrheit der Fälle nein. macOS verwaltet seine Caches und temporären Dateien selbst, und der Bereich Speicher zeigt bereits, wohin der Platz geht. Reinigungsprogramme geben selten mehr frei als der Papierkorb, und manche löschen Dateien, die das System braucht.

Reicht das Ziehen in den Papierkorb wirklich?

Ja, für Programme aus dem App Store und für solche, die per Ziehen und Ablegen installiert werden — also fast alle. Ausnahmen sind Virenschutz, Treiber und Sicherungswerkzeuge, die über ihr eigenes Deinstallationsprogramm müssen.

Ich habe ein Programm gelöscht, es erscheint trotzdem beim Start.

Das ist ein Eintrag, der in den Anmeldeobjekten geblieben ist. Gehen Sie in Systemeinstellungen, Allgemein, Anmeldeobjekte und entfernen Sie die Zeile. Es geht nichts kaputt.

Meine Platte ist dauerhaft voll, womit fange ich an?

Schauen Sie zuerst in den Bereich Speicher: Fotos, Gerätesicherungen und große Dateien machen fast immer den Löwenanteil aus. Wird es danach immer noch eng, ist die Platte für Ihre Nutzung zu klein, und eine größere SSD erledigt das ein für alle Mal.

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